... nämlich Döppekooche.

Der Döppekooche ist eine alte rheinische Spezialität und war ursprünglich ein "Arme-Leute-Essen". Er wurde traditionell bei den einfachen Leuten am St.-Martins-Fest aufgetischt, da sie sich keine Martinsgans leisten konnten.

 

Döppekooche besteht aus einer Masse von geriebenen Kartoffeln, fein zerkleinerten Zwiebeln, Eiern und Gewürzen, beliebig versetzt mit Dörrfleisch (Speck­streifen) oder Mettwurst­stückchen. Die Verwendung von Speck (oft auch der abgetrennten Schwarte) ist nach den meisten Rezepten unerlässlich. Seltener sind auch Varianten mit Blutwurst oder Wiener Würstchen als Einlage zu finden. Die Masse wird in einem (am besten gusseisernen) Bräter etwa zwei Stunden lang im Ofen gebacken, bis sie eine dunkle Kruste überzieht. Als Beilage wird vielerorts (und bei uns überhaupt) Apfelmus gereicht.

Der Döppekooche heißt in fast jedem Ort anders. In Neuwied heißt er Krombierekooche und in Koblenz Debbekooche, während er nur einige Kilometer südlich in Lahnstein und Braubach Dibbedotz genannt wird. In der Stadt Boppard ist er als Debbekuche bekannt. In Holzfeld, einem Stadtteil von Boppard wird er Kulles (Holzfelder Kulleslauf) genannt. Im Taunus heißt er Dibbelabbes. Während er in Bonn-Bad Godesberg als Knüles bezeichnet wird, heißt er auf der gegenüberliegenden Rheinseite in Oberdollendorf-Niederdollendorf Knällchen und in Bad Honnef und Königswinter Kesselsknall. Die Namen Schorreles oder Scharles sind im Hunsrück und der Pfalz verbreitet. In Remagen und Umgebung wird dieser Schemmes genannt. Außerdem gibt es noch die Bezeichnungen Flennes Uhles, Puttes, Dielzkooche, Erbelskooche (Erdäpfelkuchen), Tuffelskoochen oder Kesselskooche. Auch im Westerwald gilt der Kartoffelkuchen als eine regionale Spezialität. In dieser Region wird es als Dutsch, Datschert, Datschi, Dibbekochen bezeichnet.

 

So wurde der größte Döppekooche der Welt, an dessen Herstellung elf Amateurköche beteiligt waren, 1983 in einer Brotfabrik in Ebernhahn im Westerwald gebacken. Er ergab etwa 4000 Portionen bei einer Oberfläche von fast 5 m². Folgende Zutaten sind überliefert:

 

350 Kilogramm geschälte und geriebene Kartoffeln, 100 Liter Mich, 250 eingeweichte Brötchen, 50 Kilogramm Dörrfleisch, 30 Liter Speiseöl, 6 Kilogramm Salz, 1 Kilogramm Pfeffer, 250 Gramm Muskat und 300 Eier.

... und nun Döppekooche "Heydi-Art".

Döppekooche* "Heydi-Art"

 

Zutaten für zwei gute Esser:

 

 2 - 2,5 kg festkochende Kartoffeln, 1 Zwiebel, 2 Eier, 4 - 5 Rindswürstchen,  250 g Schinkenspeckwürfel

 

1 älteres Brötchen (2 Scheiben Toastbrot sind auch gut)

 

 Salz, Pfeffer, Muskatnuss, Öl, Schinkenspeck, etwas Milch, Apfelmus.

 

Die Kartoffeln schälen, auf der Reibe oder besser mit der Küchenmaschine grob reiben. Die geriebene Kartoffelmasse durch ein Sieb in ein anderes Behältnis abtropfen lassen.

 

Wichtig: Die gewonnene Kartoffelflüssigkeit mit der enthaltenen Stärke aufheben.

 

Neue Schüssel: Den Kartoffelteig umfüllen, zwei Eier dazu und mit Salz, Pfeffer und etwas Muskatnuss würzen. Eine Zwiebel reiben und in den Teig mischen. Ich gebe immer noch ein in Milch eingeweichtes Brötchen nicht ausgedrückt dazu.

 

4-5 Rindswürstchen in Scheiben schneiden und rein in den Teig. Nun die Kartoffelflüssigkeit abgießen und die Kartoffelstärke dem Teig zugeben. Jetzt das ganze Gemansche schön durchrühren.

 

Einen Gänsebräter oder eine Jena-Glasschüssel mit Öl ausschwenken oder auspinseln. Den geölten Boden bestreue ich dick mit Speckwürfeln. Den Teig einfüllen und die Oberseite dick mit Öl bestreichen. Auch hier noch mal mit Speckwürfeln bestreuen.

 

Das ganze kommt jetzt ohne Deckel bei 200 Grad in den Backofen. Nach ca. 2 Stunden hat sich eine schöne Kruste gebildet und der Döppekuchen ist fertig. Der Einfachheit halber einfach im Bräter auf den Tisch stellen.

 

Dazu wird Apfelmus gereicht. Ist eigentlich unvorstellbar, bringt aber erst den "Kick". Und Kaffee schmeckt dazu. Bier geht auch.

 

Tipp: Immer etwas mehr machen, als gegessen wird. Am nächsten Tag aufgewärmt ist der Geschmack noch besser.

 

 Guten Appetit!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

* für alle Nichtrheinländer: Topfkuchen!